Blockline Bikepacking: Über Loop 1 in die Sächsische Schweiz

Nach Loop 3 ab Sayda und einer Runde über Frauenstein, Blockhausen und die alte Bahntrasse sind wir inzwischen ziemlich tief in der BLOCKLINE drin. Was uns bisher hängen geblieben ist: keine Strecke für stumpfes Kilometerfressen, sondern eine gut ausgeschilderte Radreise durchs Erzgebirge – mit Aussicht, kleinen Umwegen, Kuchen und hin und wieder einer Rampe, bei der Schieben einfach die schlauere Lösung ist.

Nachdem es so viel zu sehen gibt, haben wir jedem Tag einen eigenen Bericht gewidmet: Im ersten Teil erzählen wir, wie wir auf der BLOCKLINE angekommen sind und wie sich Loop 3 und Loop 2 mit dem Gravelbike fahren. Jetzt geht es von Holzhau auf Loop 1 weiter Richtung Geising – und anschließend im Bikepacking-Modus raus in die Sächsische Schweiz.

Die BLOCKLINE ist keine Route, die nur für die schnellste Runde gebaut wurde. Der Rundkurs lässt sich in 15 Etappen teilen; dazu kommen drei Loops ab Holzhau. Familien können sich kurze passende Stücke heraussuchen, sportlichere Fahrerinnen und Fahrer rollen von Holzhau zu den Abschnitten und wieder zurück, und Bikepacker können die ganze Runde als Tour fahren. Genau diese Offenheit macht ihren Reiz aus. Wir wollten wissen, wie sich die offiziell auch für Gravelbikes gedachte Mountainbike-Route mit Gepäck anfühlt.

Loop 1 bis Geising: Morgennebel, Kahleberg und Abschied von der Blockline

Wir wollen früh los, denn die Strecke wird länger, die Höhenmeter sind da – und die Wärme ebenfalls.

Beim Frühstück und an der Rezeption sprechen wir noch mit der Hotelbesitzerin, die sich stark für die Blockline engagiert. Sie erzählt von kleinere Loops an mehreren Standorten und von Überlegungen zur Erweiterung der BLOCKLINE in Form von BLOCKLINE- Extratouren. Das passt zu unserem Eindruck: Die Blockline ist kein romantisch-abenteuerliches Wildwestprojekt. Sie will Urlaub, Radfahren und Spaß zugänglich machen. Deshalb gehören Asphaltstücke ebenso dazu wie unbefestigte Wege. Ein bisschen Abenteuer geht dadurch verloren, aber die Mischung passt. Wer nur nach dem dreckigsten, geheimsten Trail sucht, ist hier ohnehin falsch abgebogen.

Von Holzhau fahren wir nach Osten parallel zur alten Bahntrasse. Am Vorabend hat es geregnet, nun hängt Morgendampf zwischen den Bäumen. Der Waldweg wirkt verwunschen. Die Route verläuft mal auf, mal neben der ehemaligen Bahnstrecke; kleine flotte Anstiege wechseln mit Wiesenblicken. Die ersten Kilometer fliegen.

In Rehefeld-Zaunhaus beginnt der erste ernsthafte Anstieg. Wie so oft hier ist der Auftakt im Ort etwas bissig, danach beruhigt sich die Steigung. Der Wüste Teich liegt zwar an der Strecke, ist aber gerade nicht direkt anfahrbar, wird wohl gerade hergerichtet. Also weiter auf schöner Schotterstraße zum nächsten Highlight: dem Kahleberg.

Oben wartet ein weiter Blick über die Galgenteiche bis Altenberg. Infotafeln erklären den Berg, der auf einer Seite leicht zu befahren ist und auf der anderen steil abfällt. In der Baude gibt es neben den üblichen Klassikern die schwer im Magen liegen auch andere Gerichte - bravo; wir nehmen einen Muffin, für Nudel ist es zu früh, und genießen die Aussicht.

Danach heißt es Speed. Auf schnellem Schotter ziehen die Räder geradeaus weiter, vorbei an einem größeren Tourismuszentrum oberhalb von Georgenfeld, dann über Asphalt und Schotter durch den Wald hinunter nach Geising. Ein kurzes Stück verlangt etwas Aufmerksamkeit, besonders mit schwerem Gepäck. In Geising verlassen wir die BLOCKLINE leider schon, wir hätten noch gern mehr vom Loop 1 gesehen.

Danke, Blockline. Du hast uns reichlich Highlights geliefert und auf dem Gravelbike Spaß gemacht.

Fazit zur Blockline mit dem Gravelbike

Die Blockline will nicht die wildeste Gravelrunde im Erzgebirge sein – und genau das macht sie gut. Statt stur auf Bestzeit und maximalen Schotter zu gehen, verbindet sie fahrbare Wege mit Aussicht, kleinen Orten, Einkehr und echten Stopps entlang der Strecke. Mit dem Gravelbike funktioniert das prima, solange ihr bei einzelnen steilen Rampen keinen falschen Stolz entwickelt: kurz schieben, Krone richten, weiter.

Wer nur geheime Waldwege und Dauer-Adventure sucht, wird anderswo glücklicher. Wer dagegen eine sauber ausgeschilderte, vielseitige und wirklich durchdachte Bikepacking-Route mitnehmen will, ist auf der BLOCKLINE richtig. Der Bock rennt, die Region liefert – und hinter der nächsten Kuppe wartet meist schon der nächste Grund, kurz anzuhalten.

Tipps für eure Blockline: Baut euch euer eigenes Abenteuer – genau dafür ist die Runde gemacht. Unsere Empfehlung für Bikepacking: Mit der Freiberger Eisenbahn nach Holzhau, über die Zufahrt von Loop 3 auf die Blockline und fahrt die große Runde. Wer die Blockline ohne alle Loops plant, spart ein paar Kilometer und Höhenmeter – und gewinnt vor allem Freiheit: drei oder vier Tage, lange Etappen oder mehr Zeit für Pausen, Aussicht und Übernachtungsstopps. Einfach so, wie es sich für euch richtig anfühlt.

Von Geising nach Bad Schandau: Bikepacking in die Sächsische Schweiz

Für die Verbindung in die Sächsische Schweiz orientieren wir uns an einem Radfernweg. Wie schon auf der Anreise vom Vogtland zur BLOCKLINE bringt er uns erstaunlich gut weiter. Hinter Geising geht es am Naturbad vorbei, über einen kleinen sehr putzigen Weg (mit fiesen Querrillen) bergauf durch den Wald und über Wiesen auf die Hochebene. Das ist das tolle am Bikepacking, es verbindet Wege, die wir sonst nur zu fuß entdecken würden, mit der Möglichkeit Strecke zu machen wie bei einem Roadtrip.

Richtung Fürstenau wird die Kulisse groß: leere Straße, weiter Blick, das Gefühl, wirklich oben zu sein - die Fotos können das gar nicht vermitteln. Eine kleine Abfahrt folgt. Nach Osten liegt auf der anderen Talseite bereits das Nachbarland, wir biegen ab und eine kurze Rampe kostet noch einmal Kraft. Dann rollen wir oberhalb von Fürstenwalde auf gutem Gravel durch den Wald weiter und machen Pause. Von der Brotzeit bei Rumpelbräu am Vorabend ist noch etwas übrig.

Auf der Straße geht es über einen gemächlichen Anstieg durch Fürstenau. Hier merkt man, dass der Radfernweg eher aus einer Zeit vor den E-Bikes stammt: Statt einer früheren Abzweigung mit zehn Prozent, nimmt er lieber den längeren Weg durchs Dorf mit ruhigerer Steigung. Für Beine, die seit Tagen unterwegs sind, ist das absolut okay.


Powermeter-Tipp: Klingt erst mal nach Trainings-Gadget, hat uns auf langen Abenteuern aber enorm geholfen. Ein Leistungsmesser zeigt, wie viel Watt gerade wirklich in die Pedale fließen – und damit, ob ihr noch im nachhaltigen Bereich unterwegs seid oder eure Beine schon langsam leerfahrt.

Wir wollen hier nicht zu tief in FTP und Trainingszonen einsteigen. Die einfache Regel: Bleibt auf langen Etappen unter eurer Dauerleistung, dann halten die Beine länger durch. Gerade an steilen Rampen hilft das auch bei der Entscheidung: weiterkurbeln oder lieber kurz schieben?

Für mehrtägige Touren kann ein Powermeter deshalb ein echtes Komfort-Tool sein. Nicht für Bestzeiten, sondern um das Abenteuer konstant genießen zu können. Einen ausführlicheren Guide dazu liefern wir noch nach.

Wieder geht es mit Panorama weiter, durch zwei Dörfer und über einen anfangs etwas ruppigen Anstieg auf gröberem Gravel. Später wird der Weg freundlich, der Wald dichter, und erste Felsformationen tauchen auf. Auf der Karte sind wir längst in der Einflugschneise des Elbsandsteingebirges.

Die kleinen Türme sehen wir vom Weg aus nicht überall gut; dafür müssten wir sie erwandern (mental note für ein Andermal). Uns zieht es erst einmal zum Imbiss. Mit Blick auf Felsmassive mit Namen wie Zarathustra, Dachsenstein, Otterstein und Kleiner Mühlenwächter gibt es Eis, Apfelsaft und Cola. Die Flaschen waren leer, die Hitze ist zurück.

Mit vollen Wasserreserven rollen wir ins Tal, immer wieder begleitet von Blicken auf die Steine. Dann biegen wir Richtung Rosenthal ab. Die Auffahrt ist fieser, als das Höhenprofil vermuten lässt; übers offene Feld und durch den heißen Wind folgt direkt die nächste Steigung. Nicht ganz ohne, aber wir lachen - wenn die Aussicht stimmt, macht auch die Anstrengung weniger aus.

Danach geht es endlich zügig bergab: auf schönem Asphalt nach Cunnersdorf und dem Blick auf ein Felsmassiv - Vorfreude tut sich auf. Rasant weiter hinunter nach Krippen und mit warmem Gegenwind entlang der Elbe nach Bad Schandau. Dort steigen wir in den Zug nach Wehlen. Für den nächsten Tag steht schon die nächste Route auf dem Plan: der Rockhead.

Fazit, die perfekte Verbindung zweier Routen-Schmankerl

Die Verbindung von Blockline und Rockhead hat uns sehr gut gefallen. Rund 80 Kilometer und 1.400 Höhenmeter klingen erst einmal nach einem kräftigen Bikepacking-Tag. Der vergleichsweise hohe Asphaltanteil hilft aber deutlich beim Vorankommen – auch mit Gepäck – ohne dass die Landschaft darunter leidet. Kein Pflichtprogramm für Leute, die nur Schotter zählen; als Verbindung zwischen zwei starken Routen aber richtig gut.

Einkehrmöglichkeiten sind auf diesem Verbindungsstück nicht besonders dicht gesät. Nehmt genug Wasser und Verpflegung mit und nutzt Stopps, wenn sie sich anbieten. Wer BLOCKLINE und Rockhead kombinieren möchte, bekommt hier eine stimmige Passage, ohne schon vor den eigentlichen Highlight-Routen sämtliche Körner zu verbrennen.

Bikepacking und Gravelbiking in Sachsen

Sachsen ist ein vielfältiges Bundesland und viele Destinationen in diesem Bundesland sind auf unserer Bucketlist. Findet mehr Infos zu Sachsen und unsere Ride-Berichte und auf unserer
Themenseite Sachsen


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