BLOCKLINE Loop 2 - Gravelspaß auf alten Poststraßen, Ruine Frauenstein und Blockhausen

Nach unserem Einstieg in Sayda und Loop 3 sind wir in Holzhau gelandet. Was von diesem ersten Tag hängen geblieben ist: Die BLOCKLINE ist keine Strecke für stumpfes Kilometerfressen, sondern eine gut ausgeschilderte Radreise durchs Erzgebirge – mit Aussicht, kleinen Umwegen, Kuchen und hin und wieder einer Rampe, bei der Schieben einfach die schlauere Lösung ist.

Nachdem es so viel zu sehen gibt, haben wir jedem Tag einen eigenen Bericht gewidmet - neben diesem Bericht hier findet ihr mehr BLOCKLINE Content hier:

Start Easy oder Start Hard?

Tag zwei beginnt mittendrin: in Holzhau, im Berghotel Talblick, mit Loop 2. Das Hotel liegt am Hang. Gut für den Blick ins Tal, beim Losfahren aber erst einmal 18 Prozent hinunter ins Dorf. Der kleine Wermutstropfen folgt direkt: Der größte Anstieg des Loops liegt praktisch am Start – rund 200 Höhenmeter auf 2,5 Kilometern. Puh.

GravelDeluxe Tipp Routen Tipp: Es gibt eine angenehmere Alternative, die wir auch in der Collection zeigen: ein Stück Loop 1 neben der alten Bahnlinie, dann über eine wenig befahrene Straße zurück auf die Route. Das sind rund drei Kilometer mehr, nimmt der ersten Rampe aber deutlich die Spitze. Gerade ohne Unterstützung oder mit leichter Gravelübersetzung ist das ein sinnvoller Tausch.
Hier gehts zu Loop 2 - Easy start auf Komoot

Nach dem ersten Climb zischen wir zuerst auf Gravel, dann Asphalt ins Tal. Es folgen kleine Waldpassagen, etwas Singletrail, aber keine Wurzelsperren oder sonstiges Gerumpel. Dann wieder ein kurzer Anstieg. Loop 2 bleibt wellig, gibt ab jetzt aber oft das Sichtfeld frei. Das Bike rollt hier wieder.

Was zunächst wie ein Feldweg aussieht, ist die alte Poststraße. Wir mögen solche historischen Verbindungen als Radrouten. Bevor hunderte PS unter der Haube steckten, mussten Wege klug durchs Gelände gelegt sein. Heute bringt uns das angenehm fahrbare Linien durch die Landschaft. Angenehm heißt aber nicht dass wir nicht doch die Höhenmeter verdienen müssen, es heißt nur, dass wir uns auch davon motivieren lassen, dass es jahrhundertelang Menschen gegeben hat, die diese Wege schon genutzt haben.

Die abgeernteten Felder und der trockene Sommer lassen die Gegend stellenweise fast wie Steppe wirken. Ein bisschen Western im Erzgebirge. Gut, dass die BLOCKLINE-Schilder so zuverlässig stehen: Komoot kann da gern weiter bunte Linien malen, wir finden immer den Weg dank der klaren Beschilderung. Wir sind das kaum gewohnt, dass für eine Gravel-Strecke Schilder existieren und können dem viel abgewinnen.

In Frauenstein gibt es den obligatorischen Fotostopp am BLOCKLINE-Portal mit Blick zur Burgruine. Das Städtchen selbst wirkt hübsch; wenn auch etwas ausgestorben. Für eine ausführliche Besichtigung der Ruine würden wir etwas Zeit brauchen, die wir zwar haben, aber wir haben Respekt vor der Hitze. Kuchen und ein kaltes Getränk bei einem der an den Fahnen gut erkennbaren BLOCKLINE-Unterstützerbetriebe geht sich aber aus. Energie muss sein - wir machen nicht den Fehler vom Vortag nochmal.

Achtung, Hitzefight: Die Sommer werden heiß! Selbst im Erzgebirge kletterte das Thermometer nachmittags regelmäßig über 30 Grad – und dann werden selbst harmlose Anstiege plötzlich ziemlich kernig. Die Energie geht schneller weg, Pausen werden länger, der Kopf wird müde.

Unsere Strategie: früh los, Zeit gut managen und im Zweifel lieber einen Stopp streichen als sich zu überziehen. Zwei Liter Wasser extra waren immer dabei – zur Not auch für eine Dusche über dem Kopf.

Fazit: Hitze nicht unterschätzen, lieber entspannt planen und rechtzeitig raus auf den Schotter. So bleibt die Tour Deluxe – statt ein Kampf gegen die Sonne.

Danach bleibt die Strecke gepflegt und abwechslungsreich: Pflaster, Asphalt, Schotter und ein kleines Pfadstück. Eine Einfahrt zwischen den BLOCKLINE-Portalen ist erst zu erkennen, wenn man nicht mit vollem Schwung vorbeifährt 😄 - das BLOCKLINE Schild regelt wieder. Nach Dittersbach geht es lang auf Asphalt bergab, anschließend auf einer Schotterstraße mit Schwung zum größten Highlight des Tages: Blockhausen.

Blockhausen ist ein Freilichtmuseum mit großen Blockhäusern und vor allem mit hunderten Holzfiguren und Schnitzereien. Hier arbeiten Künstlerinnen und Künstler mit Kettensägen und klassischen Werkzeugen; überall stehen skurrile Figuren, Szenen und größere Arbeiten. Plant Zeit ein. Selbst wenn Holzkunst normalerweise nicht ganz oben auf der Interessenliste steht, bleiben wir hier erstaunlich oft hängen. Die Menge und die Qualität sind schwer zu übersehen. Außerhalb des Hauptbereichs warten eine Stonehenge-Nachbildung und ein Hang voller Figuren und ganzer Dioramen.

Nach ein paar Kilometern führt die Route auf eine ehemalige Bahntrasse. Das sehen wir im Höhenprofil sofort: Kilometerlang geht es mit sanfter Steigung durch Dörfer und an Kühen vorbei. Lange Schleifen, kein Kampf. Kurz vor Sayda dreht die Strecke Richtung Kreuztanne. Das Teilstück kannten wir bereits vom Vortag; ohne Gepäck macht es noch mehr Spaß.

Weiter nach Cämmerswalde geht es über eine schöne Allee mit Blick ins Tal. Es folgen leichte Anstiege, eine lange Abfahrt über einen Wiesenhang und der Blick nach Rechenberg. Die bekannte örtliche Brauerei Reichenberg hat am Sonntag geschlossen, also kein Stopp dort. In Holzhau gibt es aber das kleine Rumpelbräu: freundliche Leute, gutes Bier sowie Wildwürste, Wildschinken und Käse. Genau richtig, um in der Abendsonne den Tag ausklingen zu lassen.

Zwischenfazit nach zwei Tagen Blockline

Loop 2 ist etwas weniger dicht mit touristischen Highlights als Loop 3. Dafür hat er offene Blicke und längere Abschnitte, auf denen wir einfach ordentlich graveln konnten. Eins ist klar: Die BLOCKLINE funktioniert mit dem Gravelbike nicht nur auf dem Papier. Der Untergrund bleibt überwiegend gut fahrbar, die wenigen steileren oder gröberen Stellen kosten höchstens kurz Nerven – und sind mit Gepäck meist schneller geschoben als diskutiert.

Was hängen bleibt, ist vor allem die Mischung. Statt eine möglichst direkte Schotterlinie durch den Wald zu ziehen, nimmt die Route Aussicht, Orte, Kuchenpausen und kleine Besonderheiten mit. Das kostet hier und da ein paar Extrakilometer, macht aus der Runde aber eine echte Radreise. Für uns ist Holzhau nach zwei Loops deshalb kein Zielstrich, sondern der passende Zwischenstopp: Beine hoch, Bier auf, morgen geht es weiter.

Bickepacking auf der BLOCKLINE: Über Loop 1 in die Sächsische Schweiz

Im dritten Teil fahren wir über Loop 1 bis Geising und verlassen die BLOCKLINE anschließend Richtung Sächsische Schweiz. Dann wird aus der Runde durchs Erzgebirge wieder eine längere Bikepacking-Verbindung.

Bikepacking und Gravelbiking in Sachsen

Sachsen ist ein vielfältiges Bundesland und viele Destinationen in diesem Bundesland sind auf unserer Bucketlist. Findet mehr Infos zu Sachsen und unsere Ride-Berichte und auf unserer
Themenseite Sachsen


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