Meran - Reschensee - Meran - Claudia Augusta Radweg: Eine Reise durch den Vinschgau
Ihr kennt sicher den berühmten Claudia Augusta Radweg. Die legendäre Strecke führt durch beeindruckende Landschaften und ist das perfekte Spielfeld für Radfahrer und Bikepacker. Ein Teil dieser Route verläuft durch meine alte Heimat Südtirol, die ich als Kind schon erkundete – damals noch ohne schönen Radweg, sondern auf Schotterpisten neben dem Fluss (ja ich war schon früh ein Gravelbiker - mit dünnen Reifen und 3 Gängen 😄).
Im Abschnitt im Vinschgau rollt man aber schon lange auf feinstem Asphalt durch das Tal. Schon vor 20 Jahren konnte man von Meran nach Mals ganz bequem mit dem Zug fahren, sich ein Bike ausleihen und dann entspannt nach Meran zurückrollen. Für alle easy machbar, selbst für Jugendliche, weil es kaum Anstiege gibt. Aber wir wollten es etwas spaßiger und sind gleich die volle Kombi angegangen: Eigene Bikes mit dem Shuttle und Zug hoch, weiter zum Reschensee und dann die komplette Strecke wieder runter nach Meran. 100 Kilometer, 1000 Höhenmeter, ein perfektes Tagesprojekt.
PS: Ihr könnt die Strecke auch Virtuell mit uns fahren … wir haben sie auf Kinomap gestellt - Videos am Ende der Seite
Auf dem Weg nach Norden - das ist der Haidersee mit einer wunderbaren Stecke
Der obere Abschnitt? Ein Traum! Der Reschensee war wegen Bauarbeiten abgelassen, also nix mit einmal drumherum - dafür ein einzigartiges Schauspiel. Aber es gab auch sonst viel zu sehen. Die Berge im Blick, die Steigungen moderat, aber fordernd genug, um sich danach ein ordentliches Mittagessen zu verdienen.
Much Gravel im Reschensee selbst, hat uns schon gereizt da runter zu fahren 😉
Noch Irrwitziger wie sonst - der versunkene Turm in Graun
Zurückfähren war auf der gleichen Strecke war auch nicht schlimm. Und es gibt jede Menge Optionen: in die Seitentäler abbiegen, gemütlich einkehren oder - für die Wahnsinnigen - einen Abstecher hoch zum Stilfser Joch machen. Wir haben uns für einen kurzen, aber heftigen Schlenker hoch zum Kloster Marienberg entschieden. Anfangs steil wie Sau, aber immerhin nicht allzu lang. Oben angekommen: Ruhe, beeindruckendes Gemäuer und nicht mal in der Ferienzeit überlaufen.
Von Mals bis Meran wird es dann rasant. Perfekt für Rennradfahrer und Leute, die ihre Durchschnittsgeschwindigkeit pushen wollen. Viel schnurgerade Strecke, aber zwischendrin gibt es doch ein paar nette Highlights. In Laas stolpert man fast über den Marmorgehsteig, der ein bisschen fancy wirkt, aber definitiv sehenswert ist. Falls ihr nicht einfach dran vorbeirauscht: Es gibt dort auch ein nettes Café. Vor Schlanders erwartet einen eine Art Canyon, der gerade frisch hergerichtet wurde und sogar ein paar Gravel-Passagen bietet. Und kurz vor Meran gibt es noch einen Aussichtspunkt, von dem aus man den Talkessel in voller Pracht sieht.
Mit Rückenwind geht das Ganze ab wie eine Rakete, mit Gegenwind wird’s hart – und leider hatten wir letzteres. Im Frühling zur Apfelblüte wäre das sicher nochmal eine Spur idyllischer, aber das Bild ändert sich ohnehin kaum. Das Tal bleibt geradlinig, und wenn man das einmal gesehen hat, weiß man, was einen erwartet.
Gravel-Alternativen? Schwer. Viele Nebenwege sind gesperrt, wohl um Obst-Diebe abzuhalten, und gefühlt steht alle paar Kilometer ein "Privat"-Schild oder "Radfahren verboten". Wandern macht hier ehrlich gesagt fast mehr Spaß, und Mountainbiker haben auf den Trails sicher auch mehr Action.
Ob man das mal gefahren sein sollte? Klar! Einmal geht immer. Ob man es mehrfach braucht, liegt daran, ob man auf lange, glatte Strecken steht oder nicht. Aber hey, wenn es euch taugt: More power to you!
Die Gravel Collective zusammen mit dem The Gravel-Club haben ein paar Gravel-Tage organisiert - mit Guide und Hotel. Die Touren findet ihr hier ... Anspruchvoll aber sehenswert.