Auf Expedition in den Dolomiten - 5 Tage Bikepacking in Italien
William van der Staaij lebt für den Radsport – und das nicht nur beruflich. Als Teil des Syndicate Cycling Clubs erkundet er epische Gravelrouten und teilt seine Abenteuer auf zwei Rädern mit der Community. Egal ob Bikepacking-Trips oder schnelle Graveltouren durch die Niederlande – William ist immer auf der Suche nach der perfekten Strecke. Schau dir seine Touren auf Komoot an oder folge ihm auf Instagram für eine Extraportion Gravel-Flow! 🚴♂️✨
Bei dieser Expedition ging es darum, die entlegensten Winkel der italienischen Dolomiten, eines der schönsten UNESCO-Welterbestätten Europas, zu entdecken und zu erkunden. Und weil der Corona-Virus meine geplanten Abenteuer auf dem Fahrrad so durcheinander gebracht hatte, musste diese Bikepacking-Reise so unkonventionell sein, wie dieses Fahrradjahr bisher gewesen war.
Ich änderte den Blickwinkel dieser Reise. Es wurde kein durchschnittliches Bikepacking-Abenteuer, sondern eine Expedition auf dem Fahrrad. Und das ist mehr als nur Radfahren an einem einzigartigen und schönen Ort. Ich wollte das Niemandsland mit unvergesslichen Aussichten und ohrenbetäubender Stille erreichen. Das war das Ziel dieser Expedition und hat mich sehr glücklich gemacht.
Wenn ich auf diese Weise reise, erlebe ich das ultimative Gefühl von Freiheit. Dieses Gefühl ist irgendwo in den Bergen der Dolomiten versteckt. Ich kam an Orte, an denen nur wenige Menschen waren oder es sich überhaupt in den Kopf gesetzt haben, mit dem Fahrrad hierher zu kommen.
Diese Expedition begann in Badia und zählte vierhundert Kilometer in fünf Radtagen. Unsere mit 40-mm-Reifen ausgestatteten Gravelbikes waren gepackt und bereit für das Abenteuer. Wir fuhren an Felsformationen vorbei, über technische Singletracks und erklommen die steilsten Hänge, die ich je geradelt bin. Unterwegs kamen wir an Herden von Wildpferden vorbei, rollten durch kilometerlange dichte Wälder und mussten regelmäßig für einen obligatorischen Hike-a-Bike-Abschnitt absteigen. Wir schliefen in der Wildnis an Felsen und Bergseen oder übernachteten in einer der Berghütten (Rifugios) der Dolomiten.
Danach taten mir zwar die Beine weh, aber mein Geist wurde von der schönsten Expedition, die ich je gemacht habe, beflügelt. Du kannst diese Sammlung gerne verwenden und wenn du Fragen hast, hinterlasse eine Nachricht in den Kommentaren. Folge mir für weitere Abenteuer, Kollektionen und Inspirationen auf Komoot!
Bleibt auf Entdeckungsreise, Leute! 💚
Tag 1: Auf Expedition in den Dolomiten - 5 Tage Bikepacking in Italien (94,7 km | 06:31 | 2.830 m) Tag 1 beginnt im malerischen St. Martin de Tor mit der Besteigung des Passo di Falzarego. Seien Sie versichert, dass dies nicht der schwierigste Aufstieg der Reise ist, aber definitiv ein sehr schöner über einen gewundenen Schotterweg. Kurz vor dem Gipfel erwartet dich ein fantastischer Panoramablick auf diesen Teil der Dolomiten. Nach deiner ersten Einführung in die Dolomiten verlässt du die bewohnte Welt und machst dich auf den Weg zu einem der spektakulärsten Schotterwege der Reise; mit atemberaubenden Ausblicken auf den Monte Cristallo auf der rechten Seite und, wenn du nach links schaust, auf den metertiefen Rio Fanes (den italienischen Gran Canyon). Auf halber Strecke kommst du am Rifugio Ospitale vorbei, dem Ort, an dem du einen der besten Espressi und Cappuccinos auf dieser Reise bekommen kannst. Und den Kaffee wirst du auch brauchen, denn der Schotteranstieg Prato Piazzo und der letzte Anstieg zum Pragser Wildsee lügen nicht. Völlig zufrieden kommst du auf 1.500 Metern Höhe am Pragser Wildsee an. Die Nacht in einem Zelt an diesem See zu verbringen ist der Wahnsinn. Wenn du morgens dein Zelt auspackst, blickst du auf den tauverhangenen See und die gigantischen Felsenberge. Tipp: Rund um den See gibt es Restaurants, aber die schließen am späten Nachmittag. Für Abendveranstaltungen solltest du zur Frazione Braies di Dentro gehen, die etwa 5 Kilometer vom See entfernt liegt.
Tag 2: Expedition in den Dolomiten - 5 Tage Bikepacking in Italien (112 km | 08:41 | 3.260 m) An Tag 2 wachst du an einem der schönsten Bergseen der Region auf, dem Pragser Wildsee. Genieße den anschließenden Abstieg. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn dieser Tag ist brutal. Nach dem Abstieg zur Frazione Braies di Dentro (wo du im örtlichen Spar frühstücken kannst) tauchst du in den Wald ein, um die Grenze zu Österreich zu erreichen. Es ist ein schöner Anstieg, der auf halber Höhe in einen Schotterweg übergeht. Der unbefestigte Weg zur Spitze des Passo Tre Croci wird sichtlich wenig genutzt. Und du wirst bald herausfinden, warum das so ist: Mit kurzen Abschnitten von mehr als 20 % wirst du manchmal ganz schön gefordert sein. Die wirklich abgelegenen Straßen und Stellen findest du im letzten Teil des Tages. Denn um zur schwer zugänglichen Berghütte "Rifugio Sennes" zu gelangen, nimmst du einen der anspruchsvollsten Trails dieser Tour. Ein neues Konzept hält Einzug: Hike-a-bike! Der Weg zum Rifugio Sennes ist steil (>20%), nicht asphaltiert und schlängelt sich zwischen den gigantischen Berggipfeln hinauf. Die letzten Kilometer wirst du wahrscheinlich in der untergehenden Sonne zurücklegen. Und das gibt ein wunderschönes Bild ab, denn bei klarem Wetter färben sich die felsigen Berge um dich herum gelb, orange und feuerrot. Zu verrückt!
Tag 3: Expedition in den Dolomiten - 5 Tage Bikepacking in Italien (60,2 km | 06:26 | 2.150 m) An Tag 3 verlässt du das Rifugio Sennes und ein Tag mit zwei Hike-a-Bike-Abfahrten im Parco Naturale di Fanes-Sennes-Prags wartet auf dich. Die größte Herausforderung an diesem Tag ist der Abstieg nach Armentarola. Das ist ein Wanderweg und schon eine ziemliche Herausforderung für den geübten Wanderer. Es lebe das Hike-a-Bike! Überraschenderweise endet die Route an diesem Tag mit einem asphaltierten Anstieg, dem Passo Pordoi. Nach einem schönen Abstieg kehrst du in die bewohnte Welt von Canazei zurück.
Tag 4: Auf Expedition in den Dolomiten - 5 Tage Bikepacking in Italien (76,2 km | 05:42 | 2.340 m) Tag 4 beginnt gleich mit einem unbefestigten Aufstieg zum Passo Duron, einem abgelegenen Gipfel tief in den Bergen der Dolomiten. Was folgt, ist eine selten lange Strecke auf flachen und hügeligen Straßen. Die Wege schlängeln sich durch Wälder und Wiesen, und wundere dich nicht, wenn du ab und zu neugierigen Wildpferden oder Kühen begegnest. Nachdem du die Spitze des Passo Nigra erreicht hast, fährst du hinunter nach Vigo di Fassa, wo du die Wahl zwischen Campingplätzen, B&Bs und Hotels hast, um die Nacht zu verbringen.
Tag 5: Expedition in den Dolomiten - 5 Tage Bikepacking in Italien (61,3 km | 03:29 | 1.480 m) Tag 5 ist der letzte, aber sicher nicht der letzte Tag. Nach und nach verlässt du die harten Schotterstraßen. Dafür bekommst du zwei Anstiege mit wahnsinnigen Aussichten. Der Passo Sella ist ein langer Anstieg, aber wenn du oben angekommen bist, erwartet dich ein fantastischer Panoramablick auf die Umgebung. Dann steigst du ab und machst dich bereit für den letzten Anstieg dieser Tour: den Passo Gardena. Auf dem Gipfel dieses Anstiegs kannst du dir im Rifugio Frara einen leckeren Apfelstrudel mit heißer Schokolade gönnen. Von hier aus steigst du nach San Martino de Tor ab, dem Endpunkt dieser Tour.
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Copyright Foto und Collection von William van der Staaij
Die Gravel Collective zusammen mit dem The Gravel-Club haben ein paar Gravel-Tage organisiert - mit Guide und Hotel. Die Touren findet ihr hier ... Anspruchvoll aber sehenswert.